Jury

Die Jury bewertet die TeilnehmerInnen nach einem Punktesystem von eins bis fünf in den Kategorien Stimmqualität, technisches Können, musikalische Gestaltung, Diktion und Ausstrahlung. Eigene SchülerInnen dürfen nicht bewertet werden.

Thomas Quasthoff (Vorsitz)

Fast vier Jahrzehnte lang hat Thomas Quasthoff als Sänger auf internationalen Bühnen Maßstäbe gesetzt und unzählige Menschen mit seiner Kunst erreicht und bewegt. Im Januar 2012 beendete er seine beispiellose Karriere als Sänger. Dem Gesang und der Kunst bleibt er weiter eng verbunden: sei es als Lehrender an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin oder bei Meisterkursen, sei es als Rezitator und Sprecher bei Konzerten oder bei Lesungen.

Als einer der bemerkenswertesten Sänger seines Fachs konzertierte Thomas Quasthoff regelmäßig mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie vielen weiteren internationalen Spitzenorchestern. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit so bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, James Levine, Bernard Haitink, Mariss Jansons, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle, Helmuth Rilling, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst.

Von 1996 bis 2004 hatte Thomas Quasthoff eine Professur an der Hochschule für Musik in Detmold inne. Seither lehrt er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sein leidenschaftliches Engagement für den Sängernachwuchs motivierte ihn auch zur Gründung des internationalen Wettbewerbs „Das Lied“, der 2019 wieder in Heidelberg stattfindet.

Brigitte Fassbaender

Brigitte Fassbaender wurde in Berlin geboren und studierte Gesang bei ihrem Vater, Kammersänger Willy Domgraf Fassbaender. Im Alter von 21 Jahren debütierte sie an der Münchener Staatsoper, von wo ihre aufsehenerregende internationale Karriere ihren Ausgang nahm. Sie gastierte an allen führenden Opernhäusern der Welt und sang alle bedeutenden Partien ihres Fachs.

Über 350 Schallplatteneinspielungen geben Zeugnis von ihrer großen Bedeutung als Opern- und Liedsängerin. Ein Meilenstein war die Einspielung der drei Schubert-Zyklen, die sie als einzige Frau bisher aufgenommen hat.

Brigitte Fassbaender beendete ihre Gesangskarriere 1995, um sich ganz der Regie zu widmen. Über 50 Inszenierungen hat sie inzwischen im In- und Ausland vorgestellt. Auch die Förderung junger Talente und die behutsame Heranführung junger Stimmen an die Herausforderung des Musikbetriebs war und ist ihr ein wichtiges Anliegen. Als gefragte Gesangspädagogin unterrichtet sie in Meisterkursen im In- und Ausland. Geehrt wurde sie für Ihr Können und Ihr Engagement nicht nur mit musikalischen Preisen.

2011 ernannte der französische Präsident sie zum „Ritter der französischen Ehrenlegion“ und ebenfalls 2011 wurde ihr das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen.

Bernarda Fink

Als Kind slowenischer Eltern in Buenos Aires geboren, erhielt Bernarda Fink ihre Ausbildung am Institute Superior de Artedel Teatro Colón, an dem sie auch regelmäßig auftrat.

Seit Beginn ihrer Karriere feierte sie Erfolge an wichtigen Opernhäusern Europas und in ihrer argentinischen Heimat. Heute wird sie von den bedeutendsten Orchestern wie den Wiener und Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Staatskapellen Berlin und Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Cleveland Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra sowie von führenden Barockorchestern eingeladen und singt unter so namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Sir Colin Davis, Sir John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs, Mariss Jansons, Riccardo Muti, Sir Roger Norrington, Trevor Pinnock, Georges Pretre, Sir Simon Rattle, Franz Welser- Möst u. a. Mit ihrem breiten Repertoire vom Barock bis ins 20. Jahrhundert zählt sie zu den gefragtesten Konzert-und Liedsängerinnen. Als Liedsängerin ist Bernarda Fink regelmäßig in den großen Musikzentren wie im Musikverein und Konzerthaus Wien, bei der Schubertiade Schwarzenberg, im Amsterdamer Concertgebouw, in der Londoner Wigmore Hall und Berliner Philharmonie sowie in New York zu Gast.

John Gilhooly

John Gilhooly wurde 2005 mit nur 32 Jahren Direktor der Wigmore Hall in London und war damit der jüngste Direktor eines großen, internationalen Konzerthauses. Bereits seit Januar 2001 war John Gilhooly geschäftsführender Direktor der Wigmore Hall und in dieser Position für die Finanzen, das Personal und die strategische Planung des Konzerthauses zuständig. ln seiner Amtszeit sind die Auslastung, die Einnahmen durch Ticketverkäufe, die Zahl der Mitglieder und die Einnahmen durch Sponsoring stark gestiegen. So ist ihm auch der erfolgreiche Spendenaufruf und die Renovierung der Konzerthalle 2004 zu verdanken.

Im Juli 2010 wurde John Gilhooly in den Vorstand der Royal Philharmonie Society gewählt und war verantwortlich für die 200-Jahr-Feier der Gesellschaft. Er ist im Vorstand der Association of British Concert Promoters (ABCP), Honorary Secretary der Royal Philharmonie Society sowie Mitglied der Kuratorien von The Opera Group, The London String Quartet Foundation und London Music Master. Als Direktor der Wigmore Hall betreut John Gilhooly die weltweit umfangreichste Kammermusikserie. Bereits zweimal war er auf der Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten Londons, die vom Time Out Magazine veröffentlicht wird. Er hat das angesehene CD Label Wigmore Hall Live eingeführt sowie eine erfolgreiche Reihe für Neue Musik und Auftragswerke entwickelt und damit das Programm der Wigmore Hall einerseits im bewährten und andererseits in neuen Bahnen weitergeführt.

Charlotte Lehmann

Charlotte Lehmann studierte an der Musikhochschule und der Universität des Saarlandes bei Sibylle Ursula Fuchs und anschließend privat bei Paul Lohmann.
Sie war Preisträgerin der Internationalen Wettbewerbe „L’Amour du Chant” und der UFAM und konzertierte in Europa und Amerika. Sie hatte Aufnahmen bei allen deutschen Rundfunkanstalten, sowie in Frankreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und der Türkei. Im Fernsehen trat sie bei ARD und ZDF auf. Schallplattenaufnahmen entstanden für die Labels Da Camera, Vox, Corona, Beyer Records und EMI. 1982 erhielt sie den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Debussy und Schönberg, EMI).

1972 nahm Charlotte Lehmann ihre Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik in Hannover auf. Seit 1988 hat sie den Lehrstuhl für Gesang an der Hochschule für Musik in Würzburg inne. Sie war Lehrerin internationaler Preisträger wie Lioba Braun, Prof. Thomas Quasthoff und Prof. Maria Kowollik. Sie leitete internationale Meisterkurse und gibt regelmäßig Kurse in der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau (Lichtenberg/Bayreuth).

Außerdem ist sie Herausgeberin der „Arien-Bücher” von J.S. Bach und W.A. Mozart im Bärenreiter-Verlag und ist als Jurorin und bei Vorträgen international gefragt.

Felicity Lott

Dame Felicity Lott erhielt bereits in jungen Jahren Klavier- und Geigenunterricht und nahm Gesangsstunden. Ihre wahre Liebe gehörte jedoch der französischen Sprache, so dass sie ein Französisch- und Lateinstudium am Royal Holloway College, University of London, absolvierte. Später erhielt sie ein Associated Board Stipendium an der Royal Academy of Music, wo sie vier Jahre studierte und ihre Ausbildung mit dem Gewinn des Principal‘s Prize abschloss.

1975 debütierte sie als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ an der English National Opera und 1976 wirkte sie am Royal Opera House Covent Garden an der Uraufführung von Henzes Oper „We Come To The River“ mit. Im selben Jahr begann auch ihre lange Beziehung zu Glyndebourne mit der Rolle der Gräfin in „Capriccio“ auf der Tournee der Glyndebourne Company. 1977 trat sie erstmals beim Festival in der Rolle der Anne Trulove in Strawinskis „The Rake‘s Progress“ auf. Seitdem hat sie an allen großen Opernhäusern der Welt – Wien, Mailand, Paris, Brüssel, München, Hamburg, Dresden, Berlin, New York und Chicago – Erfolge gefeiert. Zu den Dirigenten, mit denen sie auf der Opernbühne gearbeitet hat, zählen Andrew Davis, Bernard Haitink, Vladimir Jurowski, Carlos Kleiber, Antonio Pappano und Simon Rattle.

Felicity Lott genießt ein hohes Ansehen als Konzert- und Oratoriensängerin, sie hat mit nahezu allen großen Dirigenten und Orchestern gesungen. Sie ist zudem eine erfahrene Gestalterin von Liederabenden, insbesondere mit dem Pianisten Graham Johnson, den sie während ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Royal Academy of Music traf.

Helga Machreich

Helga Machreich studierte Französisch an der Universität Rennes in der Bretagne bevor sie an der Wirtschaftsuniversität Wien das Studium der Handelswissenschaften begann. Parallel dazu nahm sie in Wien Klarinetten- und Gesangsunterricht. Während des Studiums baute sie das Amateur-Orchester der Wirtschaftsuniversität Wien auf, in dem sie selber als Klarinettistin mitwirkte und für das sie zahlreiche Tourneen innerhalb Europas organisierte.

Aus dem Hobby und der großen Leidenschaft für klassische Musik wurde schließlich Beruf. 1997 entschloss sie sich, dem Angebot der Künstleragentur Dr. Raab & Dr. Böhm zu folgen. 2001 wurde sie von Dr. Horst Böhm ins leitende Management geholt und konnte im Laufe ihrer 14-jährigen Tätigkeit durch ihre sehr kompetente und persönliche Betreuung Karrieren junger Talente aufbauen und renommierte Sängerinnen und Sänger wie Patricia Petibon, Bernarda Fink, Marjana Lipovšek, Michael Schade und Thomas Quasthoff für die Agentur gewinnen. Im Mai 2011 gründete Helga Machreich die Agentur Machreich Artists Management GmbH in Wien und leitet diese selbständig.

Dominique Meyer

Seit September 2010 ist Dominique Meyer Direktor der Wiener Staatsoper. Von 1994 bis 1999 war er Generaldirektor der Oper Lausanne, von September 1999 bis Ende der Spielzeit 2009/2010 Generalintendant und künstlerischer Leiter des Theatre des Champs-Elysées in Paris. Im Bereich des Tanzes war Dominique Meyer von 1991 bis 2007 Präsident des Balletts Preljocaj und ist bis heute dessen Ehrenpräsident. Von 1995 bis 1999 war er Mitglied im Vorstand des Béjart Balletts in Lausanne sowie des Tanzwettbewerbs Prix de Lausanne.

Im Bereich der Musik war er von 2001 bis 2010 Präsident des französischen Jugendorchesters, dessen Ehrenpräsident er weiterhin ist. Von 1995 bis 1999 war er Mitglied im Vorstand des Kammerorchesters Lausanne und organisierte als Kassenführer des ProQuartets Kammermusik-Konzerte und Streichquartett- Auftritte. Außerdem war Dominique Meyer künstlerischer Berater von Riccardo Muti bei der Gründung des Cherubini Orchesters in Piacenza. Er ist Mitglied im Vorstand der europäischen Musiktheater-Akademie (EMA) der Universität Wien sowie des Conservatoire national superieur de musique et de danse de Paris (CNSMDP).

Gegenwärtig ist Dominique Meyer Lehrbeauftragter am Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft an der Universität Wien.

Richard Stokes

Richard Stokes ist Professor für Kunstlied an der Royal Academy of Music in London und hat zu diesem Thema sowohl in Großbritannien als auch im Ausland zahlreiche Vorlesungen gehalten und Meisterkurse gegeben, darunter in der Wigmore Hall und bei so bedeutenden Festivals wie in Aldeburgh und Edinburgh. Für die Opera North hat er Wozzeck und La voix humaine, für die English National Opera Parsifal, Lulu, L‘amour de loin und Wolfgang Rihms Jakob Lenz übersetzt.

Seine Publikationen umfassen unter anderem „The Book of Lieder“ (Faber), „The Spanish Song Companion“ (mit Jacqueline Cockburn), „J. S. Bach – The Complete Cantatas“ (Scarecrow Press) und „A French Song Companion“ (mit Graham Johnson, Oxford University Press). Mit Alfred Brendel arbeitete er zusammen an dessen Gedichtsammlung „Playing the Human Game“ (Phaidon).

Seine Übersetzungen von Kafkas „Die Verwandlung“ und „Der Prozess“ erschienen bei Hesperus Press, zusammen mit Hannah Stokes übersetzte er Kafkas „Brief an den Vater“ (Alma Books). Zuletzt wurde bei One World Books seine Übersetzung von Jules Renards „Histoires Naturelles“ veröffentlicht. Richard Stokes wurde 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz Ausgezeichnet.