Jury 2021

Thomas Quasthoff (Vorsitz)

Fast vier Jahrzehnte lang hat Thomas Quasthoff als Sänger auf internationalen Bühnen Maßstäbe gesetzt und unzählige Menschen mit seiner Kunst erreicht und bewegt. Im Januar 2012 beendete er seine beispiellose Karriere als Sänger. Dem Gesang und der Kunst bleibt er weiter eng verbunden: sei es als Lehrender an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin oder bei Meisterkursen, sei es als Rezitator und Sprecher bei Konzerten oder bei Lesungen.

Als einer der bemerkenswertesten Sänger seines Fachs konzertierte Thomas Quasthoff regelmäßig mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie vielen weiteren internationalen Spitzenorchestern. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit so bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, James Levine, Bernard Haitink, Mariss Jansons, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle, Helmuth Rilling, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst.

Von 1996 bis 2004 hatte Thomas Quasthoff eine Professur an der Hochschule für Musik in Detmold inne. Seither lehrt er an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Sein leidenschaftliches Engagement für den Sängernachwuchs motivierte ihn auch zur Gründung des internationalen Wettbewerbs „Das Lied“, der 2019 um zweiten Mal in Heidelberg stattfindet.

John Mark Ainsley

Cheshire-born John Mark Ainsley, studied in Oxford and worked with Diane Forlano. His concert engagements include appearances e.g. with both the London Symphony and Philharmonic, Berlin Philharmonic and Staatskapelle, Vienna Philharmonic, multiple major US-orchestras such as New York and Cleveland Philharmonic under the baton of Sir Colin Davis, Norrington, Rattle, Masur, Welser-Möst, C. Abbado and Boulez among others. He has sung Don Ottavio at Glyndebourne Festival, Festival d’Aix-en-Provence and the Royal Opera House. He appeared in many different roles at Bayerische Staatsoper and received the Munich Festival Prize for his „Orfeo“ (Monteverdi). He created the role of „Der Daemon“ in the world premiere of Hans Werner Henze’s L’Upupa at the Salzburg Festival and sang Skuratov From the House of the Dead at the Amsterdam, Vienna and Aix-en-Provence Festivals, at Teatro alla Scala Milan and Staatsoper Berlin. He sang Captain Vere both in Frankfurt and at Glyndebourne Festival. Most recently he appeared as Orfeo at the Theater an der Wien, and as Grimoaldo at English National Opera.

John has enregistered multiple classical recordings with major labels such as Decca, E.M.I., Hyperion and Deutsche Grammophon. John Mark won the 2007 Royal Philharmonic Society Singer Award and teaches at the Royal Academy of Music.

James Baillieu

Geboren in Südafrika studierte James in Kapstadt und London. Heute ist er ein renommierter Dozent für Korrepetition am College of Music Manchester, außerdem Leiter des Artelier Lyrique der Akademie des Verbier Festivals.

Als etablierter Kammermusiker und Solist arbeitet James eng u.a. mit dem Heath Quartet, Mark Padmore, Sir Thomas Allen oder Dame Kiri te Kanawa zusammen. Regelmäßig gastiert er in internationalen Konzerthäusern wie der Wigmore oder Carnegie Hall, dem Concertgebouw Amsterdam sowie auf renommierten Festivals z.B. in Bergen, Verbier und Aix-en-Provence. Als Solist trat er z.B. mit dem Ulster Orchestra oder der Wiener Kammersymphonie auf.

James präsentiert seine eigene Konzertreihe in der Wigmore Hall und tritt dort regelmäßig mit Künstlern wie Adam Walker, Jonathan McGovern und Mark Padmore auf. Gemeinsam mit Benjamin Appl und Peter Moore wurde er in das ECHO Rising Stars Programm aufgenommen, jüngste Kooperationen bestehen u.a. mit Markus Werba und Lise Davidsen.

In der laufenden Saison wird James eine Recitaltournée in Skandinavien spielen, außerdem für diverse Konzerte mit Benjamin Appl nach Nordarmerkika reisen und dort in der Carnegie Hall debütieren. Darüber hinaus kehrt James an die Wigmore Hall zurück und gastiert an der Norwegischen National Oper sowie dem Barbican Centre.

Juliane Banse

Wenige Künstler ihrer Generation sind auf diversen Gebieten mit verschiedenstem Repertoire so erfolgreich wie die Sopranistin Juliane Banse. Ihr Opernrepertoire reicht u.a. von der Feldmarschallin, Fiordiligi über Tatjana und Arabella bis hin zu Grete (Schrekers Der ferne Klang). Regelmäßig gastiert sie am Opernhaus Zürich, darüber hinaus ist sie am Theater an der Wien, der Oper Köln, der Staatsoper Berlin oder der New Yorker MET zu erleben.

Gleichermaßen ist Juliane Banse im Konzertbereich mit einem weit gefächerten Repertoire gefragt, welches sie mit namhaften Dirigenten, u. a. mit Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Bernard Haitink, Franz Welser-Möst, Mariss Jansons, Marin Alsop, Zubin Mehta und Manfred Honeck zusammengeführt hat. Als Liedinterpretin ist Juliane Banse regelmäßig bei den Schubertiaden in Schwarzenberg und Vilabertran, der Wigmore Hall in London, dem Zarzuela-Theater in Madrid, bei der Liedwoche auf Schloss Elmau oder im Rahmen der ersten Konzerte im neuen Boulez-Saal in Berlin zu Gast. Ihre Vielseitigkeit im Lied setzt Juliane Banse immer wieder mit spektakulären Projekten unter Beweis: so aktuell mit Schubert’s ‚Winterreise‘ in getanzter und gesungener Form oder einer ‚Dichterliebe‘ nach Robert Schumann von Christian Jost.

Die in Süddeutschland geborene und in Zürich aufgewachsene Sopranistin studierte u. a. bei Brigitte Fassbaender und Daphne Evangelatos in München. Seit dem Wintersemester 2016/2017 hat sie selbst eine Gesangsprofessur an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf inne.

John Gilhooly

John Gilhooly wurde 2005 mit nur 32 Jahren Direktor der Wigmore Hall in London und war damit der jüngste Direktor eines großen, internationalen Konzerthauses. Als künstlerischer Leiter der Wigmore Hall ist er für die weltweit größte Kammermusik- und Liedreihe verantwortlich und bekannt für sein Engegement für herausragende Nachwuchskünstler, musikalische Vielfalt und zeitgenössische Musik.

John Gilhooly wurde von Staatsoberhäuptern und akademischen Institutionen geehrt. Im Jahr 2013 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Officer in Order of the British Empire und 2015 vom finnischen Präsidenten zum Ritter des Ordens der Weißen Rose ernannt. John Gilhooly wurde zudem mit dem österreichischen Verdienstkreuz für Wissenschaft und Kunst und den Orden des Sterns von Italien (Cavaliere) durch den italienischen Präsidenten ausgezeichnet. Im Jahr 2016 erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschlands. Er ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music (2006), des Royal College of Music (2012), der Guildhall School (2015) und der Royal Irish Academy of Music (2016). 2019 wurde John Gilhooly der Musikpreis des Heidelberger Frühling und die Musicians’ Company Cobbett Medal für Kammermusik verliehen. Er ist Vorsitzender der Royal Philharmonic Society, eine der ältesten Musikgesellschaften der Welt und aktuell ebenfalls des Gesangswettbewerbs BBC Cardiff Singer of the World.

Helga Machreich

Helga Machreich studierte Französisch an der Universität Rennes in der Bretagne bevor sie an der Wirtschaftsuniversität Wien das Studium der Handelswissenschaften begann. Parallel dazu nahm sie in Wien Klarinetten- und Gesangsunterricht. Während des Studiums baute sie das Amateur-Orchester der Wirtschaftsuniversität Wien auf, in dem sie selber als Klarinettistin mitwirkte und für das sie zahlreiche Tourneen innerhalb Europas organisierte. Aus dem Hobby und der großen Leidenschaft für klassische Musik wurde schließlich Beruf. 1997 entschloss sie sich, dem Angebot der Künstleragentur Dr. Raab & Dr. Böhm zu folgen. 2001 wurde sie von Dr. Horst Böhm ins leitende Management geholt und konnte im Laufe ihrer 14-jährigen Tätigkeit durch ihre sehr kompetente und persönliche Betreuung Karrieren junger Talente aufbauen und renommierte Sängerinnen und Sänger wie Patricia Petibon, Bernarda Fink, Marjana Lipovšek, Michael Schade und Thomas Quasthoff für die Agentur gewinnen.

Im Mai 2011 gründete Helga Machreich die Agentur Machreich Artists Management GmbH in Wien und leitet diese selbständig.

Thorsten Schmidt

Thorsten Schmidt ist Gründungsintendant des Heidelberger Frühling und des Internationalen Liedzentrums Heidelberg. Seit 1997 hat er das Festival, das mittlerweile mehr als 47.000 Besucher zählt, kontinuierlich als Impulsgeber, Ermöglicher und Ort des Freiraums etabliert. 2005 erweitert er das Unternehmen mit der Gründung des eigenständigen und ersten reinen Streichquartettfest. Seit 2011 bildet die Festival Akademie und ab 2017 der Produktions-Think Tank „LAB“ eine zentrale Säule in der Nachwuchsförderung. Igor Levit, Thomas Hampson und Eleonore Büning sind künstlerische Leiter der Akademien. Levit ist seit 2015 künstlerischer Partner für den Festivalschwerpunkt „Standpunkte“. Seit 2013 ist die von Schmidt gegründete jährlich stattfindende Heidelberg Music Conference einer der wichtigsten Treffpunkte der klassischen Musikszene. Das 2016 gegründete Internationale Liedzentrum Heidelberg vereint alle Liedtätigkeiten des Festivals: vom Wettbewerb „Das Lied“, der seit 2017 unter dem Dach des Liedzentrums veranstaltet wird, über den Festivalschwerpunkt „Neuland.Lied“ und verschiedene „Lied.LABs“, die neue Aufführungsformate entwickeln. Durch den fruchtbaren Austausch und Partnerschaften mit anderen Institutionen und herausragenden SängerInnen ist ein stetig wachsendes Netzwerk entstanden, das sich das Lied der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf die Fahnen geschrieben hat.

Richard Stokes

Richard Stokes ist Professor für Kunstlied an der Royal Academy of Music in London und regelmäßig Jurymitglied diverser internationaler Lied Wettbewerbe.

Für die Opera North hat er „Wozzeck“ von Alban Berg und „La voix humaine“ von Francis Poulenc, für die English National Opera „Parsifal“ von Richard Wagner, „Lulu“ von Alban Berg, „L‘amour de loin“ von Kaija Saariaho und „Jakob Lenz“ von Wolfgang Rihm übersetzt. Seine Publikationen umfassen u. a. „The Book of Lieder“ (Faber), „The Spanish Song Companion“ (mit Jacqueline Cockburn), „J. S. Bach – The Complete Cantatas“ (Scarecrow Press) und „A French Song Companion“ (mit Graham Johnson, Oxford University Press). Mit Alfred Brendel arbeitete er zusammen an dessen Gedichtsammlung „Playing the Human Game“ (Phaidon).

Seine Übersetzungen von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ und „Der Prozess“ erschienen bei Hesperus Press, zusammen mit Hannah Stokes übersetzte er Kafkas „Brief an den Vater“ (Alma Books). Zuletzt wurde bei One World Books seine Übersetzung von Jules Renards „Histoires Naturelles“ veröffentlicht. Für 2021 ist bei Faber die Veröffentlichung seiner Erarbeitung “The Complete Songs of Hugo Wolf” angesetzt.

Richard Stokes wurde 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Jury bewertet die TeilnehmerInnen nach einem Punktesystem von eins bis fünf in den Kategorien Stimmqualität, technisches Können, musikalische Gestaltung, Diktion und Ausstrahlung. Eigene SchülerInnen dürfen nicht bewertet werden.